PARADIES: Liebe

Ulrich Seidl, Ulrich Seidl, DE/FR/AT, 2012
120 min., OmU (dt./engl.)
Spielfilm
Das Drama "Paradies: Liebe" begleitet Frauen mittleren Alters nach Kenia, wo sie als "Sugar Mamas" junge Kenianer für Sex und Zuwendungen bezahlen.
Teresa (Margarethe Tiesel), eine 50-jährige Wienerin und Mutter einer pubertierenden Tochter, reist nach Kenia, um als "Sugar Mama" einen Liebhaber zu finden. "Sugar Mamas" - so werden jene Frauen aus Europa genannt, denen schwarze Beachboys ihre Liebesdienste anbieten, um so ihr Leben finanzieren. Teresa aber sucht echte, wahre Liebe. Sie wechselt von einem Beachboy zum nächsten, von einer Enttäuschung zur anderen.

Die Liebe am Strand von Kenia ist ein Geschäft. PARADIES: LIEBE erzählt bildmächtig, bewegend und mitunter auch komödiantisch von Sextourismus, von älteren Frauen und jungen Männern; vom Marktwert der Sexualität, von der Macht der Hautfarbe, von Europa und Afrika und von Ausgebeuteten, denen nichts übrig bleibt als andere Ausgebeutete auszubeuten.

 Hier die europäischen Sugarmamas, dort die afrikanischen Beachboys: Ulrich Seidls Film „Paradies: Liebe“ beobachtet kühl, wie der Markt der Körper in Kenia funktioniert. Schlimm wird es nur, wenn Gefühle dazwischen kommen. Claudia Lenssen / Der Tagesspiegel

"Ulrich Seidl arbeitet einfach anders. Er hat die für ihn angemessene Art und Weise, auf die Welt zu blicken, schon gefunden und verschiebt mit jedem neuen Film nur den Fokus. Im Prinzip praktiziert Ulrich Seidl so etwas wie einen aufrichtigen Humanismus, denn seine Figuren stehen nicht unter dem Zwang, immer nett und sympathisch sein zu müssen. Menschlichkeit ist für ihn keine romantisch verklärte Idealvorstellung, sondern beinhaltet auch die scheußlichsten Seiten unseres Daseins." critic.de

- Auszeichnungen -
 
    Cannes Film Festival 2012, Prix de la jeunesse
    Locarno 2012, Ehrenleopard für Leos Carax

2016 belegte Holy Motors bei einer Umfrage der BBC zu den 100 bedeutendsten Filmen des 21. Jahrhunderts den 16. Platz.