WALDHEIMS WALZER

Ruth Beckermann, Österreich, 2018
93 min., dt. OV
Dokumentarfilm

Termine

20.11.2018 | 20:15
Saal
21.11.2018 | 18:30
Saal
"Waldheims Walzer" ist ein Film über Lüge und Wahrheit. Über "alternative Fakten". Über individuelles und kollektives Bewusstsein. Eine Analyse der Entlarvung des ehemaligen UN-Generalsekretärs Kurt Waldheims durch den Jüdischen Weltkongress. Und ein Lehrstück über den erfolgreichen Einsatz von antisemitischen Parolen und populistischer Propaganda während eines Wahlkampfes.
Ruth Beckermann dokumentiert, wie während des Wahlkampfs des ehemaligen UN-Generalsekretärs Kurt Waldheim um das Amt des österreichischen Bundespräsidenten im Jahr 1986 die Lücken in seiner Kriegsbiografie vom Jüdischen Weltkongress in New York aufgedeckt wurden. Dies hatte in Österreich zu nationalem Schulterschluss, antisemitischen Ausschreitungen und schließlich zu seiner Wahl geführt. Mittels internationalem Archivmaterial, sowie Beckermanns selbst gedrehten Videoaufnahmen analysiert der Film den Zusammenbruch der österreichischen Lebenslüge, erstes Opfer der Nazis gewesen zu sein. Und er zeigt die Mechanismen der Mobilisierung hetzerischer Gefühle – damals wie heute.

„Ein Film zur rechten Zeit ... Ein Lehrstück der politisch stets aufmerksamen Filmemacherin, die zuletzt mit ‚Die Geträumten‘ auch erfolgreich einen Spielfilm realisiert hatte, auch ein Stück Medienarchäologie. Aus ORF

Aufnahmen und wenig bekanntem Material ausländischer Sender entsteht das Bild eines politischen Bebens, das die österreichische Identität umgeformt hat.“ Der Standard, Dominik Kamalzadeh

„ein Prolog zu dem Zeitalter der Populisten“
Frankfurter Allgemeine Zeitung, Bert Rebhandl

„Ruth Beckermann zeichnet ein schonungsloses Porträt eines Landes, in dem die Mehrheit der Bewohner in einer Mischung aus Amnesie und Nostalgie lebt, und wo man überzeugt ist, dass Österreich zu den Opfern des Nationalsozialismus zählt, aber wo man nicht einmal 20 Jahre nach dem Anschluss gebraucht hat, um die antisemitische Sprache von damals wiederzufinden.“ Le Monde

„ein Lehrstück in politischem Filmemachen, das auch noch prächtig unterhält“ Falter, Michael Omasta

„Höchst aktuell, kurzweilig und aufschlussreich“ Kleine Zeitung